Den richtigen Tierarzt finden: Tipps wie u.a. zu hohe Kosten (Gebührenverordnung) + Checkliste


Wie finde ich den richtigen Tierarzt? Ein leidiges Thema. Immerhin kann eine Fehlentscheidung verhänginisse Folgen haben. Viel zu viele Tierhalter geben sich einfach mit dem Tierarzt in der Nähe zufrieden. Dabei entscheidet die richtige Wahl des Tierarztes nicht selten sogar über Leben und Tod.

So wie bei meinem ersten Hund geschehen. Die behandelnde Tierärztin diagnostizierte einen grauen Starr und wollte daraufhin das Auge herausoperieren. Wir wussten es vor knapp vierzehn Jahren einfach nicht besser und vertrauten der „Guten“. Wenngleich ein Hund mit nur einem sehenden Auge hervorragend leben kann, selbst erblindete Hunde kommen in ihrem Leben nach nur kurzer Zeit super zurecht. Nun ja. Die Tierärztin jedenfalls hatte einfach mal den Riesentumor in dem Bauch unseres Hundes übersehen (!). Darling starb bei der Augen-OP. Sie wurde neun Jahre alt.

tierarzt-fndenBei dem nächsten Hund will man es natürlich besser machen. Man hört sich um, holt sich Empfehlungen ein und entscheidet sich schlussendlich für den vielumjubelten Tierarzt. Aber offenbar ist es mit der Wahl des richtigen Tierarztes so wie mit russischem Roulette: Entweder hat man Pech oder Glück. Wir hatten natürlich wieder Pech. Zum einen war die Gemeinschafts-Tierarzt-Praxis sehr teuer, zum anderen ich bin immer noch zutiefst verärgert, immerhin wäre unsere französische Bulldogge Madox wegen der falschen Diagnose fast gestorben bzw. gelähmt geblieben. Ich weiß nicht, wie man als Tierarzt einen Bandscheiben-Vorfall bei einer französischen Bulldogge (!)  nicht erkennen kann. Wie geht das bitte?! Zählen die kleinen Bullys genau wie Dackel auch zu den am stärksten vorbelasteten Rassen, was die Bandscheiben angeht. Aber nein, die Tierärztin meinte nur ganz lapidar, das sei „normal bei der Rasse“ und warum ich das denn nicht wüsste. Gab ihm eine Spritze. Und zack – zehn Stunden später war Madox gelähmt und wir auf dem Weg zur Tierklinik. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls stellt sich mir die Frage: Gibt es eigentlich noch den richtigen Tierarzt? Vermutlich. Vermutlich aber auch nicht. Wir haben jetzt mit der Praxis Dr. Stüwe in Sprockhövel eine Praxis gefunden, die nicht nur ans Geldmachen denken und – vor allem – sich Zeit für die Tiere nimmt. Ja, natürlich sind auch Tierärzte nur Menschen und irren ist menschlich, aber manche offensichtliche Fehler, die einem Arzt förmlich ins Auge springen sollten, dürfen einfach nicht passieren, wie ich finde.

Worauf man meiner Meinung nach bei der Wahl des richtigen Tierarztes achten sollte, habe ich in dieser Checkliste zsammengefasst. Korrigiert mich, wenn ich etwas vergessen haben sollte.

Checkliste zur Wahl des richtigen Tierarztes

  • Wie geht der Tierarzt mit dem Tier um?

Tierliebe ist natürlich das A und O. Behandelt der Tierarzt das Tier wie eine Ware oder geht er darauf ein und handelt mit der nötigen Souverenität.

  • Wie teuer ist der Tierarzt?

Ein guter Tierarzt hält die Kosten stets transparent und passt sie an die Gebührenverordnung an. Diese schreibt nämlich vor, wie teuer die einzelnen Leistungen sein dürfen (Gebührenverordung ansehen).

Beispielrechnung für eine Impfung beim Hund: 1-facher 2-facher 3-facher Satz
20 I f) allgemeine Untersuchung mit Beratung 12,03 24,06 36,09
101 I Impfbescheinigung (Impfpass anpassen) 3,44 6,88 10,32
504 I Injektion subkutan 5,15 10,30 15,45
602 I g) Schutzimpfungen 4,01 8,02 12,03
24,63 49,26 73,89
Gesamtbetrag inklusive 19% MWSt 29,31 Euro
58,62 Euro
97,93 Euro
  • Wieviel Zeit nimmt sich der Tierarzt?

Meist sind die Tierarztpraxen so gut besucht, dass die Tierärzte nur wenig Zeit haben und schnellfertig eine Diagnose stellen. Man sollte darauf achten, das die Ärzte sich ausreichend Zeit nehmen. Zu einer Untersuchung zählen eine Kontrolle von Fell und Haut, Augen, Ohren und Abtasten, Abhorchen, Puls- und Fiebermessen. Für eine normale Untersuchung sind laut Gebührenverordnung 15 Minuten einberaumt.

  • Ist die Tierartpraxis hygienisch sauber?

Hygiene ist natürlich auch in einer Tierarztpraxis Pflicht. Behandlungstische und Behandlungsbesteck sollten stets desinfiziert sein und auch das Wartezimmer sollte sauber sein.

  • Gibt es eine Notrufnummer?

Auch im Notfall sollte der Tierarzt erreichbar sein oder zumindest die Nummer des notdiensthabenden Tierarztes auf dem Anrufbeantworter gespeichert haben.

  • Macht der Tierarzt Hausbesuche?

Ob der Tierarzt auch nach Hause kommt, ist natürlich nicht von zentraler Bedeutung. Sollte der Hund aber eingeschläfert werden, ist das Abscheiden für den besten Freund zuhause noch am erträglichsten, in seiner gewohnten Umgebung.

  • Hat der Tierarzt ein Wissen über alternative Heilmethoden?

Bietet der Tierarzt beispielsweise Akkupunktur an oder kennt sich mit Homöopathie aus? Nicht immer sind starke Medikamente die beste Medizin.

Wer sich diese Fragen vor der Wahl seines Tierarztes einfach mal durch den Kopf gehen lässt, findet sicherlich auch den richtigen Tierarzt – oder hat ihn vielleicht sogar schon gefunden. In diesem Falle: Hurra! Zwinker.


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3 Responses

  1. Patzo sagt:

    Hallo, ich habe den netten Blog verfolgt und fand es sehr informativ! Ich habe nun auch einen kleinen Bully mit Atemproblemen und wollte jetzt mal wissen welchen TA ihr jetzt empfehlen könnt?! Nach der ersten OP wurde die Klinik in Holland empfohlen. Wieso seid ihr bei der zweiten Op nicht dahin gegangen?

    Vielen Dank 🙂

  1. 6. November 2014

    […] Thema Tierarzt kam auf diesem Blog ja bereits öfter zur Sprache. Leider. Will man meinen. Aber der Tierarzt ist schließlich ein zentraler Punkt, speziell wenn man sich Besitzer einer Bulldogge nennen […]

  2. 13. Dezember 2015

    […] Jaja, lacht nur. Etwas Ähnlichkeit könnte in der Tat bestehen. Hinzu kommt, dass meine Vorderpfoten sich spreizen wegen der ständigen Gewichtsbelastung, man könnte fast meinen, ich sei ein Frosch. Als mir dann wochenlang meine Pfoten wehtaten und ich mehr und mehr humpelte, lag die Vermutung nahe, dass die Schmerzen aus dem ständigen Verkrampfen resultieren könnten. Das dachte auch Tierarzt Nummer eins – und verordnete mir eine zehntägige Schmerztherapie. Als die aber nicht anschlug schleppten Frauchen und Herrchen mich zu einem anderen Tierarzt. Zweite Meinung und so. Ihr kennt das. […]

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