Französische Bulldogge: Sechs Monate nach Bandscheiben-OP mit (Dackel-)Lähmung – Meine Erfahrungen


Am 24. Februar 2014 hat sich mein Leben verändert, dafür habe ich ein Neues geschenkt bekommen. Mein Bandscheibenvorfall mit Blutungen und Lähmung der kompletten Hinterhand ist jetzt fast ein halbes Jahr (Erfahrungsbericht lesen) her und es freut euch vielleicht zu lesen: Es geht mir sehr gut!

Liebe Frauchen und Herrchen, die in einer ähnlich traurigen Situation stecken: Es gibt Hoffnung. Lest selbst.

Zurückgeblickt. Natürlich war es keine einfache Zeit für mich und auch für Frauchen und Herrchen nicht. Nachdem ich operiert worden bin und die beiden mich aus der Tierklinik Duisburg Kaiserberg geholt hatten, war ich immer noch an der Hinterhand gelähmt. Die Nerven waren ja durch den Bandscheiben-Vorfall eine Weile abgeklemmt. Die Ärzte konnten zu dem Zeitpunkt nicht sagen, ob ich jemals wieder laufen kann. Das hieß zunächst: Ich konnte weder Pippi machen, noch ein großes Geschäft alleine verrichten, nicht eigenständig zum Napf gehen, nicht alleine essen oder trinken. Ich war quasi komplett hilflos.

Frauchen musste sich daher eine Woche Urlaub nehmen, damit sie sich um mich Voll-Patienten kümmern konnte. Pflegestufe fünf kommt dem wohl sehr nahe. Und eines kann ich euch sagen: Wenn man – wie ich es nun mal als Franzose bin – sehr eigen ist, speziell was das Häufchen machen in aller Öffentlichkeit angeht und man sich normalerweise für seine Sitzungen in den hintersten Busch versteckt, ist das mehr als nur unangenehm, wenn Frauchen da hinten an dir dran hängt und dich stützen muss. Wäre das noch lange so weiter gegangen, wäre sie vermutlich die nächste gewesen, die da gelegen hätte. In der ersten Zeit musste Frauchen mir sogar meine Blase stimulieren, damit ich auch pinkeln konnte. Das war was! Eine Tortur. Ehrlich.

Gute zwei Wochen ging das so. Damit ich wieder Gefühl in meine Pfötchen bekomme und ich sie als meine eigenen betrachten konnte, hat Frauchen sie mir mit einer Bürste gekitzelt und ab und zu mal reingepiekst. Hihi. Und siehe da: Das und die wohltuenden Massagen haben wohl ganz gut funktioniert. Denn, so wie die Ärzte sagen, ich habe mich ungewöhnlich schnell wieder berappelt.

Madox beim Fädenziehen.

Madox beim Fädenziehen.

Nachdem die Fäden gezogen wurden, durfte ich auch schon zur Physiotherapie. Dazu schickten die Menschen mich ins Wasser. Und als wenn das nicht schon schlimm genug für mich vorher so wasserscheuen Franzosen gewesen wäre, bewegte sich der Boden unter mir plötzlich auch noch – und ich musste im Wasser laufen (Videos sehen und Bericht lesen). Das war ein Abenteur! Bei der siebten und letzten Sitzung hatte ich mich dran gewöhnt und war ziemlich stolz, als auch noch zwei Praktikantinnen zuschauten. Die haben gestaunt, was ich für ein toller Typ bin.

Nach drei Wochen konnte ich das erste Mal wieder eigenständig laufen, zwar noch etwas wackelig, aber hey: Ich konnte wieder laufen! In der ersten Zeit habe ich meine Pfoten nicht richtig hochziehen können, was schlichtweg dem Muskelschwund geschuldet war. Ja, im Ernst. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell die Muskeln abbauen. Und ich hatte einige davon, immerhin habe ich vor der OP über 10 Kilometer Joggen ohne Weiteres weggesteckt.

Das Unterwasserlaufband war jedenfalls super, um meine Muskulatur wieder aufzubauen. Nach knapp fünf Wochen konnte ich schon wieder so rennen:

Heute, ein halbes Jahr nach dem Bandscheibenvorfall, kann ich schon wieder meine 10 Kilometer joggen. Viele Leute lachen oder fragen, warum ich denn so komisch laufe. Das ist mir aber egal. Ich kann wieder laufen, das ist die Hauptsache. Da ich noch weitere zehn degenerierte Bandscheiben habe, sind für mich alle spaßigen Dinge, wie Springen, Bällchen spielen, Stöckchen werfen, Treppen laufen und Co. verboten. Aber auch daran habe ich mich gewöhnt. Dafür spielen wir jetzt verstecken, das ist auch toll!

Und wenn alles im wahrsten Sinne weiter so gut läuft, habe ich vielleicht Glück und bleibe von einem weiteren Bandscheiben-Vorfall verschont. Ich verspreche euch: Ich strenge mich an und halte mich an die Verbote. Pfote drauf!

Madox nach knapp vier Wochen.

Madox nach knapp vier Wochen.


Madox

Da guckste, wat? Von wegen Hunde können nicht denken. Zugegeben: Einige meiner vierbeinigen Artgenossen lassen tatsächlich an so mancher Hirntätigkeit zweifeln. Ich mein, wer trägt denn heute noch Dauerwelle? Echt wahr. Ich kenne da einige. Jaja, was ich schon in meinen 21 Hundejahren alles sehen musste. Deswegen wird es Zeit für mein eigenes Blog. Aber wo bleiben meine Manieren? Wenn ich mich vorstellen darf: Ich bin Madox.

Weiter schnüffeln? Hier lang ...

13 Responses

  1. Germaine sagt:

    Liebe Tanja, deine Geschichte ist traurig und wundervoll zugleich!
    Es ist toll zu sehen wie gut es madox geht!
    Meine kleine Maus 4 Jahre wurde auch vor 4 Wochen operiert, allerdings war sie zu dem Zeitpunkt Gott sei dank noch nicht vollständig gelähmt, ich hab mich trotz dessen dafür entschieden sie operieren zu lassen, sie könnte direkt nach der Operation eigenständig Wasser lassen und das andere hat auch geklappt, sie ist zwar wackelig gelaufen aber sie konnte es ! Aber irgendwie ist in den 4 Wochen nicht wirklich viel passiert. Ich hab mich heute gewagt mal etwas länger mit ihr spazieren zu gehen aufgrund deines tollen Videos von madox wie gut es ihm nach 5 Wochen schon ging! Es war wunderschön, In ihr steckte wieder leben. Diese Woche werden wir zur Physiotherapie gehen, ich hoffe sie nimmt die Wassertherapie auch so gut an wie madox! Alles liebe weiterhin und viel Gesundheit für euch, Germaine & Sunny

  2. Nicole sagt:

    Hallo…
    Meine Sally (französische Bulldogge- Dackel mix) wurde am Karfreitag an der Bandscheibe notoperiert… Samstag dürfte sie wieder zu uns nach Hause… Sonntag war alles gut naja bis auf das das sie nicht pinkeln konnte und wir zum Tierarzt zum punktieren mussten… aber vom laufen her war es echt super… Montag ging fast gar nichts mehr und Dienstag war sie wieder gelähmt…
    Als wir beim Tierarzt ankamen würde sie gleich wieder an der Bandscheibe operiert und bekam auch gleich noch einen blasenkatheter gelegt.. endlich kam dann der ersehnte Anruf… alles gut gegangen… den nächsten Tag habe ich sie gleich besucht.. ach wie hab ich sie vermisst wir freuten uns beide riesig… das pinkeln sowie Häufchen mach klappt super und Donnerstag dürfte sie nach Hause.., wir haben eine große hundebox gekauft damit sie Ruhe hält… lediglich zum pippi machen trage ich sie in den Garten…. gestern Abend dann nach dem sie ihr Geschäft erledigt hatte und ich sie wieder auf ihren Platz getragen habe, bin ich erschrocken.., aus der Wunde lief Flüssigkeit heraus obwohl sie verbunden ist … mir blieb fast das Herz stehen … also ich gleich beim Tierarzt angerufen die meinten das es wundwasser wäre und ich einen nassen kalten Wasser darauflegen sollte… gut das habe ich gleich gemacht hat auch sofort wieder aufgehört… seitdem war nichts mehr .., Antibiotika und metacam bekommt sie… ist auch ganz relaxt… leider kommt meine Tierärztin erst wieder Montag da habe ich auch einen Termin… hoffe es geht gut denn als ich gestern den Notdienst anrief die meinten gleich man müsste operieren.., hat jemand Erfahrung damit?
    Danke
    Lg nicole & sally

  3. Kathi sagt:

    Hallo Tanja ,
    Hallo Madox, vielen Dank für deinen sehr aufbauenden Bericht.
    Unser Milow, sieht ebenfalls aus wie Madox, ist auch vor 2 Tagen an einem schweren BSV in der Lendenwirbelsäule operiert worden. Dort waren auch schon Einblutungen des Rückenmarks zu sehen.
    Noch ist er in der Tierklinik und wir hoffen jeden Tag, dass es ihm besser geht.
    Über Nacht ist es passiert. Vorher hatte er nie Anzeichen gemacht. Er wird doch erst 4 Jahre alt….
    Durch deinen Bericht, habe ich jetzt wieder neue Kraft für das Bevorstehende! DANKESCHÖN! Alles Liebe, Kathi

  4. Hallo! Unsere Cleo ist vor einer Woche auch operirrt worden. Jetzt heisst es ruhig halten und Geduld haben. Das ist sehr schwer für uns. Aber was ich hier lese macht mir unheimlich Mut. Pippi machen und das andre geht allein auf der Wiese müssen sie aber hintragen. Geduld Geduld! Physiotherapie geht auch nächste Woche los. Vielen Dank für eure Aufzeichnungen man ist ja erst mal total hilflos. Gruß Peggy und Cleo

    • Madox sagt:

      Liebe Peggy & Cleo, ja, das kenne ich zu gut. Deswegen dachte ich, muss man das auch niederschreiben. Ich habe damals auch nach einem Strohhalm gesucht, an dem man sich festhalten kann. Wir wünschen euch alles Liebe und freuen uns, wenn ihr uns auf dem Laufenden haltet. LG Tanja & Madox <3

  5. Hildenhagen sagt:

    Lieber Madox, liebe Tanja,
    Vielen Dank für diesen so wahren und mutmachenden Bericht über Madox-Genesung nach seinem schweren Bandscheibenvorfall! Meinem Dackel Bautz ging es vor 4 Wochen genauso und ich war völlig verzweifelt! Euer Bericht hat mir viel Kraft gegeben und nun 4 Wochen nach der OP in der Tierärztlichen Hochschule Hannover läuft der Kleine wieder, zwar noch wackelig aber zunehmend sicherer und frecher….
    Herzlichen Dank
    Stefanie mit Dackel Bautz

  6. Inge sagt:

    Das macht Mut .
    Lucky ist am 19.07.16 an der Bandscheiben Operiert, genau wie du es beschreibst ist es bei Lucy.Sie ist sehr traurig und will nur fast schlafen.Ich habe sie heute auch Es erstenmal
    Unerwartet den hinterläufen Massiert,natürlich auch mit der Zahnbürste.
    Danke für dein Beitrag.
    LG Inge

  7. Katharina sagt:

    Hallo , ich hab genau das gleiche Problem mit meinem Hund . Allerdings schon seit Mai 2015 . Er schleift seine Hinterbeine hinter sich her .bisher habe ich eine konservative Behandlung gemacht . Physio und bioresonanztherapie . Nun bin ich am überlege ihn operieren zu lassen , bin mir aber nicht sicher zu wem ich gehen kann . Vllt könnte man ja evtl telefonieren , ich hätte da einige Fragen zu Ihren Erfahrungen .

  8. Mihaela sagt:

    Liebe Tanja,

    vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Das macht uns gerade Mut, unser Emilio wurde vor einigen Tagen operiert und ist gelähmt. Auch bei ihm funktionieren die Blase und Stuhlgang nicht. Es ist eine sehr schwere Situation und Madox Geschichte hier zu lesen ist toll und stimmt mich optimistisch.

    Alles Liebe Euch
    Mihaela

  1. 22. Februar 2015

    […] ohnehin nicht einfach mit einer OP gewesen, schon allen wegen der gefürchteten Narkose. Bei der Bandscheiben-OP wäre ich ja schon fast von der Klippe gesprungen, weil ich nicht eigenständig atmen konnte und […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.