Es ist ja so: Als echter Kerl biste schon ziemlich stolz auf deine Kronjuwelen. Vor allem, wenn man zur Spezies Hund gehört. Die Menschen schneiden einem die Dinger nämlich einfach ab, habe ich mir zutragen lassen. Und das schon in frühester Kindheit. Ich jedenfalls bin immer noch stolzer Besitzer meiner beiden Eier. Wenngleich, ja wenngleich man behaupten könnte, dieser Stolz sei ein Falscher. Bringt er doch zumindest eine Schattenseite mit sich: Mann will sich selbstverständlich mit seinem heiligen Gehänge fortpflanzen. Logo! Wofür haste die Dinger sonst?
Gerade einmal zarte 3,5 Jahre bin ich alt. Quasi noch taufrisch, ein junger Hüpfer, in der Blüte meines Bullylebens. Ok ok. Mit meinen geschädigten Bandscheiben muss ich mich etwas bremsen, slow down is jetzt angesagt – wie meine Verwandtschaft, die englische Bulldogge sagen würde. Besser halte ich auch während des ersten Beschnuppers mit einer Grazie ganz gediegen die Schnauze.
Das mit dem Unterwasserlaufband hat einen Vorteil: So langsam freunde ich mich mit der einst so verhassten Materie Wasser an. Ist nämlich eigentlich ne ganz coole Angelegenheit.
Genau eine Woche ist es nun her, als ich meine Augen wieder öffnete und die Bandscheiben-OP überstanden und ja, auch fast überlebt hatte. Noch bis Donnerstagmittag mussten wir nämlich um mein Leben bangen. Am Samstag holten mich Frauchen und Herrchen endlich aus der Tierklinik Duisburg Kaiserberg.
Als ich heute morgen wach geworden bin, war mir ganz komisch. Irgendwie konnte ich mich gar nicht mehr richtig bewegen. Mein Rücken tat so weh, dass ich kaum laufen konnte. Jeder Schritt eine Qual, an Springen gar nicht erst zu denken. Was war nur los mit mir?
Als ich mich letztens so gemütlich in die Kissen von Frauchen kuschelte, musste ich mich daran erinnern, was das für ein Akt das damals gewesen ist. Noch immer darf ich nachts nicht im Bettchen schlafen. Angeblich schnarche ich zu laut…
Wie vermutlich jeder, musste auch ich irgendwann die Schulbank drücken. Das war eigentlich eine gute Sache, immerhin durfte ich immer erst mit den Kumpels spielen, was vermutlich mein doch recht akzeptables Sozialverhalten geprägt hat.